Bauerngärten und Bienen

Bauerngärten und Bienen
Die wirtschaftliche Bedeutung der Honigbiene in unumstritten und wird in vielen Ländern durch Maßnahmen zur Förderung der Imkerei und zum Schutz der Bienen bestätigt. Mit den Veränderungen in unseren Dörfern verlieren wir auch immer mehr Bauerngärten und damit mehr multiflorale Nahrungsgrundlagen für unsere heimischen Honigbienen
Das ist nicht alles was unsere noch vorhandenen Bauergärten verändert.Durch neue Blumen- und Gemüsezüchtungen verändert sich auch die Bestäubungstätigkeit der Bienen.
Gefüllte Blüten (für Bienen total ungeeignet) und Hochzuchtpflanzen
nehmen zu und die Samen vieler Gemüse-und Blütenpflanzen eignen
sich nicht mehr zur Nachzucht. In den Blumenkästen blühen
Hängegeranien und Petunien und auf den Friedhöfen Veilchen
deren Stängel kaum noch den überdimensionalen Blütenkopf halten kann.
All diese Blumen bieten den Bienen weder Blütenstaub noch Nektar.
Es gibt jedoch auch kleinblütige Veilchen und Balkonpflanzen die nicht
nur uns Bauerngärtnerinnen durch ihre Blühkraft Freude bereiten,
sondern auch der für uns so wichtigen Insektenwelt den Tisch decken.
Nicht nur die Bauerngärten haben sich verändert, auch die Flächenbewirtschaftung durch die Landwirtschaft ist um einiges intensiver geworden. Damit landwirtschaftliche Betriebe heute überleben können bedarf es Flächenzusammenlegungen und eine intensiven Nutzung der vorhandenen Flächen. Dort wo früher Wiesen zweimal im Jahr gemäht und einmal beweidet wurden werden heute drei bis vier Schnitte geerntet und im‚ Herbst noch beweidet. Damit haben einjährige und mehrjährige Blütenpflanzen kaum, oder keine Chance mehr zu wachsen, zu reifen, Samen zu bilden und sich auszusäen. Flächentrennende Böschungen und Raine die vielfältigen Sträucher, Bäumen und Gehölzen als Standort dienten sind verschwunden. All diese Naturzonen und Kleinbiotope fehlen heute den Honigbienen, Hummeln und Wildbienen als Trachtquellen.
In der Zwischenzeit wir dies auch von den Behörden erkannt und für das Anlegen von speziellen Bienenweide ein Zuschuss bezahlt. Hierbei stehen wir bei uns im Land noch ziemlich am Anfang. Bayern bildet hier eine Vorreiterrolle. Dort werden bereits größere Flächen mit speziellen Blühmischungen eingesät und vom Land bezuschusst.
(Photo rechts: Mössinger Sommer mit Sommerazaleen und Natternkopf, Bild Einsaat nach Verlegung der Kanalisation, Pflegeaufwand im Gegensatz zu selbst vorgezogenen Sommerblumen sehr gering, aber da teilweise Kreuzblütler in der Mischung eher nicht im Gemüsegarten aussäen)
Von wissenschaftlicher Seite wird immer mehr erkannt, dass nur ein reichhaltiges, vielfältiges Pollenangebot unsern so wichtigen Honigbienen und auch den Wildinsekten ein gesundes Überleben garantieren kann.
Eine Honigbiene, die während ihrer Entwicklungsstadien ein reichhaltiges, unterschiedliches Pollenangebot in Form von Bienenbrot verabreicht bekommt, ist gegen Infektionen und den Befall von Milben resistenter als eine unterernährte und durch monoflorale Pollenangebote mangelversorgte Biene. Das Immunsystem entwickelt sich stabiler und damit ist sie gegen Umwelteinflüsse resistenter.
Was bedeutet dies alles für unsere Bauerngärten? Wie können wir mit dafür Sorge tragen, dass unsere Honigbienen gesund überleben, Schmetterlinge unsere Gärten besuchen und Wildbienen die Natur bereichern?
Im Anschluss finden sie Vorschläge für bienenfreundliche Pflanzen, Sträucher und Bäume welche nicht nur Pollen sondern auch Nektar bringen. Die Bewertung der einzelnen Pflanzen reicht bei Pollen und Nektar von 0 für nichts bis 4 für sehr gut.
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Frühling:
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Nektar: |
Pollen: |
|
Blut-Johannisbeere |
2 |
2 |
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Fächer Zwergmispel |
4 |
3 |
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Frühlings-Krokus |
3 |
2 |
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Gewöhnlicher Seidelbast |
2 |
2 |
|
Gewöhnliche Stachelbeere |
3 |
1 |
|
Gewöhnlicher Flieder |
2 |
3 |
|
Gewöhnliche Rosskastanie |
3 |
3 |
|
Huflattich |
2 |
3 |
|
Japanische Scheinquitte |
2 |
3 |
|
Kirsch-Pflaume |
4 |
4 |
|
Kornelkirsche |
3 |
2 |
|
Kultur-Apfel |
4 |
4 |
|
Leberblümchen |
0 |
2 |
|
Löwenzahn |
3 |
4 |
|
Schwarze Nieswurz |
2 |
2 |
|
Schnee-Heide |
4 |
4 |
|
Sal-Weide |
4 |
4 |
|
Silber-Weide |
3 |
3 |
|
Scharbockskraut |
2 |
2 |
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Türkei-Winterling |
2 |
3 |
|
|
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Frühsommer und Sommer |
|
|
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Becherpflanze |
3 |
2 |
|
Berg Flockenblume |
3 |
2 |
|
Blauer Natternkopf |
3 |
2 |
|
Borretsch |
3 |
2 |
|
Büschelkraut (Phacelia) |
4 |
3 |
|
Chinesischer Götterbaum |
3 |
2 |
|
Echter Buchweizen |
4 |
3 |
|
Echte Brombeere |
3 |
3 |
|
Echter Steinklee |
4 |
3 |
|
Ess-Kastanie |
3 |
3 |
|
Fackellilie |
3 |
3 |
|
Garten-Dill |
2 |
2 |
|
Garten-Akelei |
3 |
2 |
|
Garten-Ringelblume |
2 |
2 |
|
Garten-Gurke |
3 |
2 |
|
Gemüse Spargel |
3 |
3 |
|
Gewöhnliche Sonnenblume |
3 |
3 |
|
Gewöhnliche Schneebeere |
3 |
1 |
|
Gewöhnliche Wegwarte |
3 |
3 |
|
Große Kapuzinerkresse |
2 |
2 |
|
Kanadische Goldrute |
3 |
2 |
|
Kaukasus-Fetthenne |
3 |
2 |
|
Kornblume |
3 |
2 |
|
Lavendel |
3 |
1 |
|
Lilie |
3 |
3 |
|
Mädchenauge |
2 |
2 |
|
Moschusmalven |
3 |
1 |
|
Persischer Ehrenpreis |
2 |
2 |
|
Prächtige Fetthenne |
3 |
2 |
|
Rote Heckenkirsche |
2 |
2 |
|
Rot-Klee |
3 |
3 |
|
Saat-Esparsette |
4 |
4 |
|
Schweden-Klee |
4 |
3 |
|
Sonnenauge |
3 |
2 |
|
Spitz-Ahorn |
3 |
2 |
|
Stockrose |
3 |
1 |
|
Studentenblume |
2 |
2 |
|
Weigelie |
2 |
2 |
|
Weißer Senf |
3 |
3 |
|
Zier-Lauch |
3 |
2 |
|
|
|
|
|
Herbst |
|
|
|
Blutweiderich |
3 |
2 |
|
Engels-Trompete |
2 |
2 |
|
Gewöhnlicher Dost |
3 |
2 |
|
Heilziest |
3 |
1 |
|
Herbst Sonnenbraut |
3 |
4 |
|
Roseneibisch |
3 |
1 |
|
Schmalblättriges Weidenröschen |
3 |
2 |
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Topinambur |
2 |
2 |
|
Vogel-Sternmiere |
2 |
1 |
|
Wohlriechende Resede |
2 |
3 |
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(Quellennachweis der Pollen und Nektarangaben erfolgten aus “Bienenweide“ v. Günter Pritsch) |
||
In dieser Auflistung sind auch Wildkräuter und Ackerkräuter erwähnt sowie Blühpflanzen die zwischen den einzelnen Anbaufolgen ausgesät werden können. Weitere Möglichkeiten sind die Einsaat von Winterraps, Ölfrüchten, Phacelia und Steinklee um auch kleinere Gartenflächen unkrautfrei halten zu können und den Nutzinsekten Nahrung zu bieten.
Wildwachsende Blüh-Pflanzen wie Taubnessel, Hederich, Distelarten, Kamille und Ackerkräuter helfen ein vielfältiges Pollenangebot aufrecht zu erhalten. Löwenzahn Flockenblume, Bärenklau, Kerbel, Ehrenpreis, Thymian, Salbei, Knöterich, Goldruten, Wilde Möhren, Klee-und Wicken-Arten ergänzen die Kulturpflanzen um ein weiteres.
Das für den bienenfreundlichen Garten erwähnte gilt in großem Umfang für Parkanlagen und andere Erholungsplätze sowie für repräsentative Vorplätze auf dem Gelände von Betrieben und Institutionen. Viele Kommunen haben dies bereit erkannt und handeln danach. Zunehmend ist zu beobachten dass Stadtimker viel weniger Probleme mit einem vielfältigen Pollenangebot haben als Imker in den Dörfern. Durch blühende Vorgärten, Parkanlagen und Baumalleen ist das Blütenangebot dort sehr vielfältig.
von Barbara Berger-Marterer Kräuterpädagogin und Imkerin
www.bienenhof-alpenblick.de
(Bilder und Text zu Foto Blumenmischung: Gisela Huber)
